Pflanzen und Gärten machen Menschen glücklich, weil…sie sich verändern. Ich liebe die Dynamik der Jahreszeiten im Garten, Pflanzen vom Austrieb bis zum Absterben. Das verfolge ich liebend gern. Das Gestalten mit Pflanzen ist wie das dirigieren eines Orchesters, wo die Pflanzen zu bestimmten Zeiten ihren Einsatz haben
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Petra Pelz
ist seit dem 26. Februar 2013 Pflanzenbotschafterin der DGG, hat eine Lehre als Landschaftsgärtnerin und anschließend ein Studium an der Fachhochschule in Erfurt absolviert. Derzeit ist sie beschäftigt als Freie Landschaftsarchitektin in Rethmar bei Hannover.
Besonderes Engagement für:
experimentelle Pflanzenverwendung im öffentlichen und privaten Bereich und auf Gartenschauen
Meine schönste Geschichte mit Pflanzen:
Es gibt sicherlich viele... aber eine fällt mir spontan ein. Wolfgang Oehme, der mich fast jährlich besuchte, interessierte sich ausschließlich für Pflanzen. So überlegte ich bei jedem Besuch was man „rein pflanzlich“ unternehmen könnte. Wir besuchten den Berggarten in Hannover und gingen
durch den Park. Nach einer Weile konnte er nicht an sich halten und stand plötzlich mitten im Beet, wo er anfing zu krauten. Nicht nur das…, er stopfte sich einige Wildkräuter in den Mund und erklärte mir; „Hier, kannst Du essen - ist gesund“. Besucher die vorbei kamen, sahen ihn ungläubig an, wonach er mit ihnen über das Thema gesunde Ernährung ins Gespräch kam. Er war Vegetarier.
Wie ich zum Garten, zum Beruf gekommen bin:
Meine Mutter war eine Frau mit vielerlei Interessen, hatte Freude an Pflanzen und Gärten. Zwischen ihr und ihren Freundinnen wechselten im Sommer Einladungen von Garten zu Garten. Dadurch entstand eine kleine Gartengemeinde, die Pflanzen bewunderte, tauschten und Ideen besprach. Dabei schnappte ich die ersten Gartenbegriffe auf. Dies beeinflusste letztendlich auch meine Berufswahl. Mit meinem eigentlich sehr guten Zeugnis bewarb ich mich mit den Worten: „Ich möchte Landschaftsgärtnerin werden, da Gartenarbeit mein Hobby ist und mich Pflanzen interessieren“. Dass das nicht stimmte wusste nicht nur ich, sondern auch meine Mutter, denn Gartenarbeit bedeutete für mich Unkraut zupfen und Rasen abharken.Das machte mir natürlich keinen Spaß. Ich war schließlich 15 als ich mich bewarb. Aber wegen der fehlenden Vorstellungskraft für einen Beruf ließ ich mich darauf ein. Auch weil ich mir vornahm, nach der zweijährigen Berufsausbildung zu studieren, um danach selbst Gärten gestalten zu können. Nach dem Studium in Erfurt, das war 1982 nahm ich zunächst die Arbeit als Bauleiterin in einem volkseigenen Betrieb für Tief-, Verkehrs-, und Freiflächenbau auf. Das war eine raue aber herzliche Zeit bevor ich dann eine Tätigkeit im Städtischen Grünflächenamt annahm. Bis zur politischen Wende war ich dann dort tätig. Dann kamen die Geburten meiner beiden Töchter und die Selbstständigkeit mit meinem Mann 1993. Zeitgleich lernte ich Wolfgang Oehme kennen. Sein Buch Die neuen romantischen Gärten hat mein Leben völlig verändert. Ich war derart inspiriert, das ich Kontakt zu ihm aufnahm und sich daraus nicht nur eine fruchtbare Zusammenarbeit, sondern eine tiefe Freundschaft entwickelte. Solch eine Pflanzenverwendung hatte ich noch nie gesehen und im Osten (ich wohnte bei Magdeburg) herrschte Aufbruchsstimmung. Man hatte das Gefühl; alles ist möglich. So konnte ich große Pflanzungen planen. Es folgten Reisen in andere Länder, wie England, Niederlande, USA, Schweden und Deutschland, auch gemeinsam mit der internationalen Gruppe Perennial Perspectives. Es gab einen intensiven Austausch mit gleichgesinnten Kollegen aber auch immer wieder Besuche von Gärtnereien. So war ich sehr inspiriert und konnte immer wieder neue Ideen in die Planung einfließen lassen. Ich erlebte auch Pleiten und Niederschläge, die für mich ebenso wichtig waren wie die Erfolge. Die Arbeit mit Pflanzen ist auch heute noch spannend wie ein Krimi. Ich entdecke immer wieder Neues und das macht diese Arbeit mit Pflanzen für mich so einzigartig.
Pflanzen und Gärten machen Menschen glücklich, weil…
sie sich verändern. Ich liebe die Dynamik der Jahreszeiten im Garten, Pflanzen vom Austrieb bis zum Absterben. Das verfolge ich liebend gern. Das Gestalten mit Pflanzen ist wie das dirigieren eines Orchesters, wo die Pflanzen zu bestimmten Zeiten ihren Einsatz haben. Die Herausforderung komplexer Pflanzungen besteht darin, in Zeitschichten zu denken und dabei das Zusammenspiel der einzelnen Arten nicht aus den Augen zu verlieren. So wird der Garten für mich zu einer Einheit verschiedener Individuen die zusammen wirken.
Meine liebste Landschaft…
Ich habe gar keine liebste Landschaft. Die, die ich kennengelernt habe, hatten alle ihren eigenen Reiz und eine eigene Atmosphäre. So liebe ich die Kargheit und den rauen Charme von Lanzarote ebenso, wie die üppige Hochgrasprärie Nordamerikas. Spannend finde ich wo und wie angepasst Pflanzen wachsen (ob üppig oder karg), wie sie mit der Topographie der Landschaft, mit den Gesteinen oder Bäumen, was auch immer… ein bestimmtes Bild prägen. Das sind ja auch oftmals Bilder im Kopf, wenn wir Gärten gestalten, oft auch Urlaubserinnerungen. Denken sie an einen Kakteengarten oder einen mediterranen Garten.
Was macht der Garten mit mir?
Mein Garten ist ein Ausgleich zu der meist sitzenden Tätigkeit im Büro. Heute, im Gegensatz zu meiner Jugend, ist Unkraut zupfen etwas Beruhigendes. Nach einem Tag Gartenarbeit gehe ich mit wohligen Schmerzen in die Badewanne und finde das toll. Das konnte ich mir früher nicht vorstellen. Der Garten ist für mich aber auch ein großes Experimentierfeld, wo ich neue Pflanzen ausprobieren kann und so Erfahrungen für andere Gärten sammle. Da ich gerade einen neuen Garten in Rethmar (bei Hannover), meinem neuen Wohnort, anlege, kann ich sagen es ist auch spannend zu verfolgen wie alles entsteht und sich entwickelt. Ich habe eine bestimmte Vorstellung wie es werden soll, gleiche immer wieder den Istzustand mit meiner Vorstellung ab und korrigiere und verändere hier und da. Das macht mir großen Spaß.
Aktuelle Projekte:
u.a. LAGA Oelsnitz, LAGA Schmalkalden, Gräser Garten auf der ega in Erfurt, demnächst IGA Berlin 2017 u.a.
Aktuelle Veröffentlichungen:
Fernsehbeiträge; zdf „Volle Kanne“; Deutsche Welle, euromax „Wilde Gärten“,
Bücher, eigene; mit Ulrich Timm „Faszination Weite“ (Ulmer Verlag, 2013), mit Katharina Adams „Gräser im Garten“ (Callwey, 2009)
Zeitschriften; demnächst „Schöner Wohnen“, „Garden Illustradet“ , Beiträge von Michael Breckwoldt
Pflanzenbotschaft August 2014:
Gräser- eine kleine Liebeserklärung … oder Linienspiele im Beet
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