Europa sucht den Orient - Ausstellung im Schloss Branitz
Wie viele Europäer war Fürst Pückler fasziniert vom märchenhaften Zauber des Orients. Er las mit großem Interesse die neuesten Reiseberichte, sammelte Drucke mit exotischen Sujets und kaufte im heimischen Handel orientalische Kunstgegenstände für seine Appartements. Und er träumte von einer Karriere als diplomatischer Gesandter.
Nur wenige wagten bis 1850 den langwierigen und beschwerlichen Weg. Mit Karten, Büchern und Pässen ausgestattet, reisten sie unabhängig oder in Expeditionen, Fotografien dokumentieren die in jener Zeit typischen Reiseziele. Maler und Architekten schlossen sich den Reisenden an, um die Eindrücke festzuhalten und Inspirationen für ihr künstlerisches Schaffen zu gewinnen. Eigenhändige Zeichnungen von Pückler und dem Architekten Carl von Diebitsch zeigen ihre unterschiedliche Wahrnehmung von Land und Menschen.
Europäer, die sich das Reisen nicht leisten konnten, besuchten Dioramen und Theater, um sich den Orient zu träumen. Oder sie spielten im heimischen Kreis exotische Stücke mit Papiertheater und Textbuch und schmückten ihr Interieur mit preiswerten Bilderbogen. Weltausstellungen und Museen versetzten die Besucher in fremde Welten, wo sie exotische Kostbarkeiten, Bauten und sogar "echte Orientalen" bestaunen konnten.
Die Ausstellung präsentiert eine Auswahl von Kostbarkeiten aus Pücklers Besitz, wie Stichwaffen, Messingwaren und Tabakspfeifen, als typische Beispiele für Reisesouvenirs aus dem Orient. Und stellt das traurige Schicksal des Jungen und Mädchens mit Namen Joladour und Machbuba vor, die der Fürst von seiner Reise nach Muskau führte. Aquarelle und Zeichnungen veranschaulichen den Wunsch der Heimgekehrten, ihre exotischen Mitbringsel in eigens dafür bestimmten Orienträumen zu präsentieren. Die Räume hatten den Charakter von Natur- und Wunderkammern oder Erinnerungs- und Rückzugorten. Möbel aus dem Besitz Carl von Diebitschs und Kopien von gefertigten Seidengeweben im Alhambra-Stil bilden den Höhepunkt der Ausstellung.
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