Heike Boomgaarden, Vizepräsidentin der DGG
Berlin. Dem Thema „Grüne Lebenswelten in der Stadt und auf dem Land“ widmete sich die Deutsche Gartenbau-Gesellschaft 1822 e.V. am 13. März 2018 und lud unter Schirmherrschaft von Bundestagsabgeordneten Andreas Jung 60 Gäste aus Politik, Städtebau und der Grünen Branche zu ihrem traditionellen Frühjahrsempfang und Parlamentarischen Abend ins Paul-Löbe Haus nach Berlin ein.
Das Grün in der Stadt und auf dem Land hat einen hohen Stellenwert in unserer Gesellschaft. Lebendiges Grün lässt einen Ort nicht nur attraktiver aussehen, sondern trägt auch dazu bei, diesen umweltgerechter, lebenswerter und artenreicher zu machen. Es wirkt auf die Bewohner sozialverträglich, steigert den Wohlfühlfaktor, trägt zur Gesundheit der Bewohner bei und erhöht damit die Lebensqualität immens. „Stadt und Land stehen vor großen Herausforderungen, die individuell angegangen werden müssen.“, leitet Werner Ollig, Moderator des Abends und Vizepräsident der Deutschen Gartenbau-Gesellschaft, die Diskussion ein.
Gegenpol zwischen Stadt und Land
DGG-Präsident Prof. Dr. Klaus Neumann verdeutlicht das Thema Urbanisierung in seiner Begrüßungsrede am Beispiel von Berlin. „Es wird prognostiziert, dass in Berlin im Jahr 2030 fast 4 Mio. Einwohner leben werden. Der Lebensraum für Pflanzen und Tiere ist begrenzt und nicht vermehrbar. In den städtischen Bereichen wird gebaut – Wohnungsbedarf ist das große Thema. Würde jeder Berliner nur einen m² vertikal bepflanzen, hätte Berlin auf einen Schlag 3,5 km² begrünte Fläche mehr.“
In ihrem Statement zum Urbanen Raum lenkt Heike Boomgaarden, Vizepräsidentin der DGG, den Blick auf das Grün als Teil der Stadtplanung: „Der Urbane Grünraum ist die Keimzelle einer verantwortungsbewussten Bevölkerung, die sich mit Klimawandel, Integration, Ressourcenschutz und Gerechtigkeit auseinandersetzt. In den neuen Grünräumen ist Platz für kreative, humane, visionäre Entwicklungen, die ganzheitlich und nachhaltig in der Gemeinschaft umgesetzt werden können.“
Gitta Connemann (CDU) weiß um die unterschiedlichen Herausforderungen in Stadt und Land: „Die Entwicklung der ländlichen Region hat vor allem etwas mit der wirtschaftlichen Prosperität zu tun. Die Menschen wollen nicht nur schöner wohnen, sondern müssen auch davon leben können. Und wenn am Ende die Teilnahme an der Wohlstandsentwicklung nicht stattfindet, veröden ländliche Regionen.“ Deshalb habe sich nicht nur die Bundesregierung, sondern auch die Parlamentarier und der Bundestag dafür eingesetzt, das Thema der ländlichen Regionen aber auch der Gleichwertigkeit der Lebenswelten zu einem der Kernthemen zu machen.
Als gelungen bezeichnet Dr. Dietlind Tiemann (CDU) die in der Havelregion im Jahr 2015 durchgeführte Bundesgartenschau „Von Dom zu Dom – das blaue Band der Havel“. Die BUGA schaffte es fünf Städte und die ländlichen Bereiche durch ein durchdachtes Grünkonzept miteinander zu verknüpfen und zu entwickeln. „Die Region, die durch Industrie geprägt war, ist durch die Verknüpfung deutlich attraktiver geworden! Hier kann man heute gut leben.“ Dr. Tiemann ergänzt, dass man bei wachsendem Wohnraumbedarf nicht den Fehler machen dürfe, zu viel zu bauen. „Es muss angemessen verdichtet werden, nicht dass plötzlich zu viel Wohnraum zur Verfügung steht.“
Wolfram Vaitl, Präsident des Bayerischen Landesverbandes für Gartenbau und Landespflege, ist davon überzeugt, dass die Landesentwicklung auf einer aktiven Bürgerbeteiligung basieren müsse, die stets zivilgesellschaftliche Verantwortung übernehme: „An dieser Stelle will ich den Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ hervorheben, der durch ehrenamtliches Engagement besonders im „Grünen Bereich“ einen besonderen Stellenwert erhält.“
Die Abteilungsleiterin für Stadtentwicklung, Wohnen, öffentliches Baurecht im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) Anke Brummer-Kohler, führt in ihrem Grußwort an, dass sich das BMUB mit dem Thema „Grün in der Stadt“ einen wichtigen Arbeitsschwerpunkt gesetzt habe: „Das „Weißbuch Stadtgrün“ wurde 2017 auf den Weg gebracht. Das BMUB hat gemeinsam mit sehr vielen Bundesressorts intensiv zusammengearbeitet. Auch wurden viele Verbände, Vereine und Bürger beim Weißbuchprozess mitgenommen.“, so Brummer-Kohler. „Dies dient für die kommenden Jahre als gute Handlungsanweisung für den Bund und Anleitung für die Kommunen.“ Ein für 2018 geplantes Projekt, sei die Umsetzung eines Wettbewerbes „Grün in der Stadtentwicklung“, dessen Konzeption bei der DGG liegt. Hier soll außergewöhnliches Engagement für urbanes Grün, innovative Konzepte und integrierte Planungsansätze ausgezeichnet und gewürdigt werden.
Dr. Klaus-Peter Schulze (CDU) berichtet vom Städtebauförderprogramm „Zukunft Stadtgrün“, welches in der letzten Legislaturperiode durchgesetzt wurde. Das BMUB hat 50 Mio. € zur Verfügung gestellt. Länder und Kommunen beteiligten sich mit jeweils der gleichen Summe und so konnten im Jahr 2017 Maßnahmen in Höhe von 150 Mio. € für das Stadtgrün umgesetzt werden. „Diesen Anfang wollen wir auch 2018 fortsetzen.“, so Dr. Schulze optimistisch.
Andreas Jung (CDU), Vorsitzender des Parlamentarischen Beirates für nachhaltige Entwicklung, betont: „Das ist genau der Ausschuss, in den der Gartenbau hineingebracht werden muss. Vor allem müsse man die nächsten Generationen im Blick haben. Sehr stolz bin ich“, ergänzt Jung, „als Abgeordneter des Kreises Konstanz, auf die Grüne Charta von der Mainau zurückgreifen zu können, die für den nachhaltigen Gedanken bekannt ist.“
Mag. Wolfgang Sobotka, österreichischer Nationalratspräsident und Präsident „European Garden Association – Natur im Garten International“ begrüßt in seinem Grußwort, verlesen von Christa Ringkamp, Geschäftsführende Präsidentin von „Natur im Garten – International“, die Ideen des ökologischen Gärtnerns und die DGG als Unterstützer gewonnen zu haben: „Das bestätigt den erfolgreichen Weg der Aktion Natur im Garten“.
Es hat sich gezeigt, dass die DGG große Wertschätzung und Anerkennung für gesellschaftsrelevante grünpolitische Themen erhält. Auch die Abgeordneten des Bundestages haben deutlich gemacht, dass sie für weitere Gespräche gern zur Verfügung stehen und Wert auf die Diskussion mit der DGG legen.
Bildunterschrift: Die DGG lud ein zum Parlamentarischen Abend zum Thema „Grüne Lebenswelten in der Stadt und auf dem Land“
Bildnachweis: DGG
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