Nützlinge verhindern das Überhandnehmen von tierischen Schädlingen an Kulturpflanzen, Bäumen und Sträuchern, sofern sie in ausreichender Anzahl vorhanden sind. Die Förderung von Nützlingen ist ein fester Bestandteil des integrierten Pflanzenschutzes. Dies setzt allerdings voraus, dass Parks, Gärten, öffentliche Grünanlagen und Eh da-Flächen ausreichende Lebensräume und gute Lebensbedingungen für Nützlinge bieten.
Schon bei der Planung oder Umgestaltung von öffentlichem Grün kann zur Förderung von Nützlingen ein vernetztes Biotopsystem geschaffen werden, mit ausreichend vorhandenen Kleinstrukturen und unterschiedlichen Habitaten, heimischen Pflanzenarten und einer Vielfalt an Blütenpflanzen. Letztere sind insofern wichtig, da viele Nützlingsarten als fertig ausgereiftes Insekt gar keine tierische Nahrung mehr zu sich nehmen, sondern Blütenbesucher sind (z.B. Florfliegen, Schwebfliegen).Vögel, Fledermäuse und Insekten können durch das Anbringen geeigneter Nisthilfen gefördert werden, Kleinstrukturen (Gehölzzonen, Trockenmauern, Hecken, Streuobstwiesen, Gewässerrandstreifen, ungenutztes Grünland, Ast- und Steinhäufen, Totholz, Laubhäufen) bieten Unterschlupf und Überwinterungsmöglichkeiten für viele verschiedene Nützlinge.Je vielfältiger eine Grünanlage angelegt ist, desto vielfältiger ist auch die Tierwelt, die sich dort ansiedelt! Schädlinge können sich meist nur dort massenhaft vermehren, wo es ein Überangebot an Nahrung, jedoch aufgrund fehlender Lebensräume (Kleinstrukturen) keine oder nur wenige natürliche Gegenspieler gibt. Solche Bedingungen sind in Monokulturen gegeben, aber auch in Parks und gärtnerischen Anlagen, die nur unter dem Aspekt ihres Zierwerts oder ihrer Pflegeleichtigkeit angelegt wurden. Sie bieten Nützlingen kaum Nahrungsquellen, Nisthilfen, Unterschlupfmöglichkeiten, oder Überwinterungsquartiere.
Manche Nützlinge bleiben dauerhaft auf oder in der Nähe „ihrer“ Pflanze, solange genug alternative Nahrungsquellen zur Verfügung stehen. Man spricht von sogenannten Schutzräubern. Sind diese dauerhaft und in ausreichender Anzahl vorhanden, können sich Schädlinge in der Regel erst gar nicht ausbreiten. Wichtige Schutzräuber sind Raubmilben, die ein breites Nahrungsspektrum besitzen und nicht an das Vorkommen einer einzelnen Schädlingsart gebunden sind. Auch viele Vögel und andere Wirbeltiere, die ein festes Revier bewohnen, können im weiteren Sinne zu den Schutzräubern gezählt werden.Andere Räuber wandern erst zu und vermehren sich auf der befallenen Pflanze, wenn sich bereits ein großer Schädlingsbestand aufgebaut hat. Wenn sich dann eine ausreichend große Nützlingspopulation aufgebaut hat, „säubern“ diese Räuber die befallenen Pflanzen von den Schädlingen. Man spricht von Säuberungsräubern. In Anschluss wandern die Nützlinge wieder ab auf der Suche nach weiteren befallenen Pflanzen. Typische Säuberungsräuber sind beispielsweise Marienkäfer, Schwebfliegenlarven oder Florfliegenlarven.
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Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Rheinpfalz, Abteilung Phytomedizin. Neustadt an der Weinstraße.
Deubert, M.; Trapp, M.; Krohn, K.; Ullrich, K.; Bolz, H.; Künast, R.; Künast, C. (2016): Das Eh da-Konzept: Ein Weg zu mehr biologischer Vielfalt in Agrarlandschaften und im Siedlungsbereich.
Hartmann, M. (2000): Das große Kosmosbuch der Nützlinge. Franckh-Kosmos Verlags-GmbH Co.. Stuttgart. ISBN 3-440-06588X
http://www.hortipendium.de/F%C3%B6rderung_von_N%C3%BCtzlingen_im_%C3%B6ffentlichen_Gr%C3%BCn
Bildnachweis: Blühstreifen in Bad Kissingen
Bildquelle: Sigismund von Dobschütz
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